Greyhoundhündin “Nora”; Rezidivierender Husten
Freitag, 1. Mai 2009 (Redaktion)
Fall von Birgit Mosenheuer, Fachtierärztin für Pferde, ZB Hom
Am 29. Dezember 2008 werde ich wegen eines rezidivierenden Hustens zur Behandlung von „Nora“ gebeten, einer etwa vier Jahre alten, schwarzen Greyhoundhündin. Sie hustet seit drei Tagen
trocken, zum Teil minutenlang und die Besitzerin hat den Eindruck, dass „sie etwas hochzuwürgen versucht, was nicht da ist.“ Sie hustet vermehrt bei schneller Bewegung, sonst sind keine klaren Modalitäten hinsichtlich des Hustens zu ermitteln.
Begonnen hatte das Ganze im Herbst, als es kühler wurde:
„Nora“ hustete und war sehr schlapp, sie bekam vom Tierarzt Antibiotika wegen einer Kehlkopfentzündung verabreicht, dann war der Husten zwei Wochen weg.
Beim zweiten Auftreten der gleichen Symptome bekam sie erneut eine antibiotische Therapie, beim dritten Mal in Kombination mit Corticosteroiden. Seither werden die Intervalle zwischen den Hustenanfällen immer kürzer, der Tierarzt hat zu einer Cortisontherapie geraten.
Vorgeschichte:
Im Sommer 2008 als Findelhund von der Tierhilfe vermittelt, nach einem einjährigen Aufenthalt im Tierheim. „Nora“ war in einem schlechten körperlichen Zustand: an Bauch und Füßen hatte sie fast keine Haare mehr, die jetzt schwarzen Körperhaare waren damals eher bräunlich-grau, sehr viele Schuppen. Sie war sehr mager
Im neuen Zuhause akzeptiert sie sofort alle aufgestellten Regeln. Sie hasst es, kalt und hart zu liegen; sie hat ein eigenes Daunenbett, auf dem sie liegt oder auf einer warmen, dicken Decke. Anfangs war sie eher ängstlich, flüchtete dann sofort (vor Menschen, Hunden, neuer Umgebung), jetzt rennt sie nur noch weg, wenn die laute S-Bahn vorbeirast.
Auch bei großen, dominanten Hunden hat sie Angst; sie schreit dann und will wegrennen. Zu anderen Hunden und Menschen hat sie eher ein „Nicht-Verhältnis“, wird sie freundlich begrüßt, dann reagiert sie auch freundlich, sonst beachtet sie weder Mensch noch Hund. Ihr Bezugspunkt ist ihr Frauchen!
Auffallend ist, dass sie nie mit anderen Hunden spielt! Beim Tierarzt neigt sie vor Angst zur Panik, will dann nur noch weg.
Anfangs konnte sie nicht allein gelassen werden, sie bekam vor Aufregung sofort Durchfall. Jetzt bleibt sie mehrere Stunden alleine.
Die Hündin ist sehr verfressen, bevorzugt fettes Schweinefleisch und neigt zu Blähungen und Durchfall, besonders nach Futterwechsel. Sie schlingt sehr hastig und schnell. Futter, das beim Spazierengehen auf dem Boden liegt, rührt sie nicht an.
„Nora“ liegt während der Anamnese ruhig auf ihrer warmen Decke am Kachelofen und beachtet mich überhaupt nicht. Bei Kontaktaufnahme ist sie sehr zurückhaltend, lieb und eher ängstlich.
Bei der Untersuchung fällt folgendes auf:
- viele Schuppen im glänzenden, rassetypisch kurzen Fell.
- der linke Mandibularlymphknoten ist geringgradig vergrößert, nicht schmerzhaft.
- vereinzelt sind haarlose Stellen im Fell.
- Sie hustet einmal oberflächlich und trocken, auskultatorisch obB.
Therapie und Verlauf:
Einmalige Gabe von … in der C 1000 (da keine C 200 vorrätig war).
Bericht am 08. Januar 2009:
- hustete die ersten zwei Tage nach Mittelgabe sehr viel mehr und wollte nicht spazieren gehen.
- Seither keinerlei Husten mehr!
- Jetzt extrem gut gelaunt, fast überdreht, platzt fast vor Energie.
- Sie spielt mit anderen Hunden, fordert andere zum Spielen auf (!).
Keine Gabe!
Nachfrage am 30. März 2009: “Es geht ihr gut, kein Husten mehr aufgetreten”.
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