Fütterung beim Pferd

Artikel von Dr. Ina Luz, Fachtierärztin für Pferde

photocase3751264649589611Das Thema kursiert in allen Medien.
Zeitschriften, das Internet, Foren und Fortbildungen für Pferdbesitzer befassen sich zunehmend mit dem, „was in das Pferd hinein soll“. Und  das mit gutem Grund. Waren früher eher Mangelerscheinungen ein Problem, so sind in den letzten Jahren immer mehr Stoffwechselstörungen aufgrund zu reichhaltiger oder falscher Fütterung in den Fokus geraten. Und mit diesen Problemen ist eine Vielzahl an neuen Fertig-Futtermitteln auf dem Markt erschienen.
Doch nicht nur für kranke Pferde gibt es immer mehr Futtermittel:
Vom rassespezifischen Futtermittel über den „Senior-Mix“ und  den „Winter-Traum“ ist Alles dabei. Wer kann da noch durchblicken.
Tatsächlich ist es auch für den Tierarzt häufig schwierig auf den ersten Blick zu erkennen, welches Futter für das jeweilige Pferd geeignet ist, bei der unüberschaubaren Vielzahl an Futtermitteln mit unterschiedlichsten Deklarationen.
Sind Futtermittel, die alternativ zu Heu angeboten werden gleichwertig zu Heu?
Dürfen Futtermittel, die für EMS empfohlen sind Fette oder Öle enthalten?
Was heißt hier „Hufrehe-Futter“. Sollten Getreide thermisch aufgeschlossen sein?

Dazu kommt, dass es manchem Tierarzt ganz schwindelig werden kann, wenn der Besitzer die Futterkiste öffnet. Hier noch was für glänzendes Fell, da noch was gegen Nervosität, ein paar Leckerlis zur Belohnung und so weiter, frei nach dem Motto: Viel hilft viel.

Manche sehen das Heil in der Rückbesinnung: „Nur noch Weide, Heu und Hafer“. Und selbst hier ist wieder die Frage, wie viel wovon, welches Heu ist am geeignetsten, woher gutes Heu beziehen? Welche Mineralstoffe müssen dennoch ergänzt werden?
Welche Relevanz haben Veränderungen im Blutlabor, wie zum Beispiel erniedrigte oder erhöhte Mineralstoff-Werte oder Leberenzym-Erhöhungen.

Bei der Beratung der Pferdebesitzer tauchen zusätzlich Probleme auf, wenn die bisherige Fütterung für  eine Einschätzen und Optimierung erfasst werden soll.
Oft ist es nicht einmal möglich hierüber genaue Daten vom Besitzer zu erhalten. Wie viel Kilo Heu ist denn „ein Arm voll“, wie viel Hafer „eine Schaufel“?
Das zweitägige Kursprogramm gibt den Teilnehmern pragmatisches und gut umsetzbares Wissen zu klassischen und neuen Erkenntnissen zur Pferde-Fütterung an die Hand.
– Ein Thema, das jedem, mit Pferden arbeitenden, Tierarzt täglich in der Praxis begegnet und das bei einer kompetenten Betreuung von Besitzer und Pferd nicht ausgespart werden darf.

Dr. Ina Luz, Tierärztin
Bildnachweis: Photocase
Stichworte: Futtermittel, Pferdefütterung, Equines metabolisches Syndrom

Warmblut-Stute „Queenie“, Vorstellung wegen Sommerekzem, wiederholten Kolikanfällen, Magengeschwüren und „Wutanfällen“

Fall von Dr. med. vet. Ina Luz, FTA für Pferde

Warmblut-Stute „Queenie“ geboren: 2000 , Erstvorstellung 07/2012, Nachbeobachtungszeit nach letzter Behandlung 1 ¾  Jahre
Vorstellung wegen Sommerekzem, wiederholten Kolikanfällen, Magengeschwüren und „Wutanfällen“

Pferde_braun1_photocaseQueenie sei eine sehr hübsche Stute und eigentlich sei auch ihr Wesen so, beginnt die Besitzerin das Gespräch. Es sei, wie wenn man einen Schalter umlege.
Die Stute ist nun seit  2 ½ Jahren im Besitz, jedoch kennt Frau B. sie schon länger. Die Vorbesitzerin sei ihrer Einschätzung nach sehr hysterisch gewesen, sie forderte einerseits viel Leistung, sei andererseits aber stets überbesorgt gewesen. Möglicherweise habe sie „Queenie“ sehr hart behandelt.
Als junges Pferd sei Queenie ganz brav gewesen, allerdings eher unsicher und habe im Gelände schnell mal gescheut. Sie sei sehr sensibel, brauche viel Beachtung und sei zur Besitzerin meist sehr liebevoll. Sie wolle gefallen und werde gerne gelobt. Mit der Tochter der Besitzerin sei sie sehr fürsorglich. Wenn man sie führt, geht die Stute hinter einem, versteckt sich. [Weiterlesen…]

Homöopathie in der Pferdemedizin

Autorin Christina Hucklenbroich, Tierärztin und Journalistin über die Fachtierärztin für Pferde, Dr. Ina Luz aus München

Pferd1_photocase698496415356_klein.jpgDie Andalusierstute ist misstrauisch und verspannt, der Konikwallach schlecht gelaunt und in der Rangfolge der Herde das Schlusslicht. Der Trakehner ist freundlich und verschmust, möchte aber am liebsten in seiner Box bleiben. All diese Pferde wurden ihren Tierärzten wegen Husten, Fieber oder Kolik vorgestellt. In den ausführlichen Fallberichten auf dem HomöopathieBlog stehen aber das Verhalten und der Charakter der Tiere mindestens ebenso sehr im Vordergrund wie die körperliche Krankheit.

„Als Homöopath muss man immer die Individualität des Pferdes miteinbeziehen, also sein Gemüt, und nicht nur die sogenannten Lokalsymptome beurteilen, das wäre dann beispielsweise der Husten“, erklärt die Tierärztin Ina Luz, die den Blog gemeinsam mit einer Kollegin gegründet hat.
Dr. Ina Luz, die eine Praxis in München führt, ist Fachtierärztin für Pferde und hat sich zusätzlich auf Homöopathie spezialisiert.

Bei Headshaking

„Unter meinen Patienten sind viele chronische Fälle, die man schulmedizinisch als ‚austherapiert’ betrachtet – darunter sind zum Beispiel oftmals chronischobstruktive Lungenerkrankungen“, sagt Luz. Daneben gebe es aber auch zahlreiche Pferde mit Krankheiten wie dem Cushing-Syndrom oder Headshaking, für die auch die Schulmedizin noch keine zufriedenstellenden Therapiemethoden kennt. Die Besitzer setzen ihre Hoffnung dann in homöopathische Mittel – jene Substanzen, die der Arzt Samuel Hahnemann einst für den Menschen entdeckte.
[Weiterlesen…]

Bayerische Warmblutstute „Milly“, 10 Jahre bei Erstvorstellung, 04/2012 vorgestellt wegen rezidivierender Urtikaria und Schwellungen im Bereich der Ganaschen

Fall von Dr. med. vet. Ina Luz, FTA für Pferde

Brauner_wallach.jpgMilly wird am 18. April 2012 vorgestellt, weil sie immer wieder derbe, feste Schwellungen im Bereich der Ganaschen – bis zu den Kieferästen vorziehend, vor allem nach dem Koppelgang hat.

Das Allgemeinbefinden ist im Moment eher unauffällig, sie sei etwas „lasch“ und habe für ihre Verhältnisse eine eher etwas höhere Temperatur von 37,8 °C.

Bereits letztes Jahr hatte Milly immer wieder, meist nach dem Koppelgang Schwellungen im Ganaschen-Bereich. Aber dieses Jahr seien sie so stark, dass sie sie kaum mehr auftrensen könne, auch das Abwinkeln des Kopfes sei beeinträchtigt.

Die Besitzerin hat das Gefühl, die Schwellungen kämen eher bei Dürre oder Kälte, wenn eben das Gras „gestresst“ sei.

Nach der Bewegung sei die Schwellung deutlich zurückgegangen, es bestehe keine Druckempfindlichkeit. Auffallend sei, wie fest die Schwellung sei.

Milly kam mit 7 Jahren in den Besitz, da habe sie allerdings wie eine 4Jährige ausgesehen. [Weiterlesen…]

Warmblut-Wallach, “Palenque”, 10 Jahre alt, vorgestellt wg. rezidivierender Kolik

Fall von Dr. med. vet. Ina Luz, FTA für Pferde

Pferd_Bonsai.jpgPalenque wird vorgestellt wegen rezidivierender Kolik (Anfang Dezember 2009). Alle paar Tage bis Wochen hat er einen Kolikanfall.
Er wurde mit 6 Jahren von der Besitzerin erworben und war schon immer etwas nervös. Von Anfang an hat er gekoppt. Bald fingen rezidivierende Koliken an.
Man weiß nie, wann eine Kolik kommt, häufig aber, wenn er „zu wenig“ oder andere „zuviel“ Aufmerksamkeit bekommen haben.
Die Besitzerin geht abends kaum mehr aus, ist jederzeit auf das „schlimmste „ gefasst.
Wenn er einen Kolikanfall bekommt ist er zunächst fürchterlich unruhig und drückt den Rücken nach unten durch. Wenn man ihn dann gleich bewegt geht es ihm besser. Bei schlimmen Anfällen wirft er sich auf den Boden und ist seht gequält. Er setzt schlecht Kot ab und presst viel auf Harn mit Absetzen kleiner Mengen ab.
Anschließend presst er nach. Dies tut er aber auch manchmal ohne, dass er eine Kolik hat. Wenn Palenque nach einem Anfall plötzlich gut piseln kann, hat die Besitzerin das Gefühl, „jetzt ist es vorbei“. Er ist deshalb schon untersucht worden (BU und Zystoskopie), die Behandlung beseitigte dann, – im Rahmen der Untersuchung festgestellte -, Bakterien, dies änderte aber nichts an den Krämpfen. [Weiterlesen…]

Bayerischer Warmblut-Wallach „Filou“, vorgestellt wegen Ekzem/rezidivierender Urtikaria

Fall von Dr. med.vet. Ina Luz, FTA für Pferde
Anfang Januar 2011 wurde  „Filou“ wegen eines Hautausschlags vorgestellt, der schon längere Zeit (seit Juli 2010) bestand.
Begonnen hatte es damit, dass plötzlich etwa erbsengroße, juckende „Pickelchen“ im Halsbereich auftraten, die sich rasch über den Körper fortsetzten, zum Teil wurden die „Pickel“ Fotolia_13331669_XS.jpgdann etwas größer, bekamen in der Mitte eine Delle und bildeten sich dann zurück, seltener gingen sie auf und eiterten dann.
Da der Besitzer 2-3 Tage zuvor einige Bananen gefüttert hatte, dachte er zunächst, dass „Filou“ diese nicht vertragen hatte. Nach einer „akuten“ Behandlung, kamen und gingen die „Pickelchen“ weiterhin. „Filou“ erhielt von einem Tierheilpraktiker verschiedene Homöopathische Einzel,- (u.a. Sulf, Ars, Acon),- und Komplexmittel (u.a. Engystol, Mucosa comp. Alleosal) in rascher Folge, ohne, dass eine Wirkung wirklich nachvollziehbar gewesen wäre.
Es folgte ein Allergietest, bei dem eine Sensibilisierung gegen mehrere Gräser-, Kräuter- und Baumpollen festgestellt wurde.
Im September wurde dann eine Eigenbluttherapie durchgeführt und anschließend war der Hautausschlag zum ersten Mal seit Beginn für vier Wochen verschwunden, tauchte dann aber wieder auf und verschlimmerte sich eher noch etwas, als die Eigenbluttherapie wiederholt wurde.

Im Januar 2011 schließlich, entschied sich der Besitzer, es noch mit der klassischen Homöopathie zu versuchen.

[Weiterlesen…]