Fall von Dr. med. vet. Ina Luz

Halbmond.JPGHalbmond (Trakehner-Wallach, 6 J. 18.12.2006) hatte in den letzten  4 Wochen drei Mal gekolikt.
Die Koliken traten immer plötzlich auf, die Besitzerin hatte den Eindruck, dass vielleicht Bewegungsmangel ein Auslöser sei. Auch Aufregung schien eine Rolle zu spielen. Beim letzten Mal war er in die Klinik gekommen und dort hatte man eine Laparoskopie vorgenommen, um die Ursache der Koliken festzustellen.

Aus der Klinik zurückgekehrt benahm sich Halbmond sonderbar. Sobald man ihn aus der Box nahm begann er nach wenigen Schritten heftig auszuschlagen und zu steigen. Sobald er wieder in der Box war, war er ein ganz liebes, ruhiges Pferd.
Manchmal konnte man ihn ein kleines Stück führen, solange man Körperkontakt mit ihm hatte und mit ihm beruhigend sprach. Aber es war nicht daran zu denken ihn auf der Weide (mit anderen Pferden) zu lassen, zu longieren oder gar zu reiten.
Früher war es so, dass er eine feste Freundin hatte mit der er eng zusammen war. Man konnte ihn schlecht von ihr trennen oder alleine lassen, da bekam er regelrechte Angstanfälle, jetzt war ihm selbst das egal, Hauptsache, er konnte in seiner Box bleiben.

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Fall von Birgit Mosenheuer

Terriermischling.jpg„Ronny“, ein 14jähriger grauer Terriermischling, kastriert, leidet seit einer Woche an  Durchfall.
Es begann damit, dass er zunächst beim Treppensteigen kollabierte: er verdrehte die Augen, zog den Kopf nach hinten oben und fiel um. Seither hat er breiig-flüssigen Stuhl, der unaufhörlich aus dem Anus tropft, zum Teil mit beigemengten Blutstropfen. Er kotet ständig ein.  Der Kot stinkt extrem. Beim Gassi gehen versucht er ständig Stuhl abzusetzen, presst dabei stark, allerdings kommt nach der ersten größeren Menge nur noch ein stetes Rinnsal.
Der Anus ist wund, stark geschwollen und er schreit sofort, wenn man ihn dort berühren will. Er vermeidet es, dass der herunterhängende Schwanz die Rosette berührt, hebt den Schwanz auffällig.

„Ronny“ möchte am liebsten an der frischen Luft sein, deshalb haben ihm die Besitzer seinen Korb tagsüber vor die Haustür gestellt. Dort liegt er fast immer, er ist müde, schläft viel und möchte in Ruhe gelassen werden. Allerdings begrüßt er mich freundlich, ist wach und ansprechbar. Zum Gassi gehen steht er mühsam auf, geht nur noch kurze Strecken und ist insgesamt sehr erschöpft.

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Homöopathie in der Pferdemedizin

Autorin Christina Hucklenbroich, Tierärztin und Journalistin

Pferd1_photocase698496415356_klein.jpgDie Andalusierstute ist misstrauisch und verspannt, der Konikwallach schlecht gelaunt und in der Rangfolge der Herde das Schlusslicht. Der Trakehner ist freundlich und verschmust, möchte aber am liebsten in seiner Box bleiben. All diese Pferde wurden ihren Tierärzten wegen Husten, Fieber oder Kolik vorgestellt. In den ausführlichen Fallberichten auf dem HomöopathieBlog stehen aber das Verhalten und der Charakter der Tiere mindestens ebenso sehr im Vordergrund wie die körperliche Krankheit.

„Als Homöopath muss man immer die Individualität des Pferdes miteinbeziehen, also sein Gemüt, und nicht nur die sogenannten Lokalsymptome beurteilen, das wäre dann beispielsweise der Husten“, erklärt die Tierärztin Ina Luz, die den Blog gemeinsam mit einer Kollegin gegründet hat.
Dr. Ina Luz, die eine Praxis in München führt, ist Fachtierärztin für Pferde und hat sich zusätzlich auf Homöopathie spezialisiert.

Bei Headshaking

„Unter meinen Patienten sind viele chronische Fälle, die man schulmedizinisch als ‚austherapiert’ betrachtet – darunter sind zum Beispiel oftmals chronischobstruktive Lungenerkrankungen“, sagt Luz. Daneben gebe es aber auch zahlreiche Pferde mit Krankheiten wie dem Cushing-Syndrom oder Headshaking, für die auch die Schulmedizin noch keine zufriedenstellenden Therapiemethoden kennt. Die Besitzer setzen ihre Hoffnung dann in homöopathische Mittel – jene Substanzen, die der Arzt Samuel Hahnemann einst für den Menschen entdeckte.
 

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Artikel von Dr. med. vet. Ina Luz, Fachtierärztin für Pferde, ZB Homöopathie

Die Anamnese ist die entscheidende Schlüsselstelle zur Fallbearbeitung, Repertorisation und Verschreibung – aber auch zum Besitzer und nicht zuletzt zum Patienten. Also eine wichtige Sache.
Werden hier falsche Informationen ermittelt, wird das Ergebnis nicht zufriedenstellend sein. In der Veterinärmedizin kommt noch erschwerend hinzu, dass wir viele Informationen nicht direkt, sondern indirekt über den Besitzer erhalten und manche Symptome, wie z.T. die Empfindungen gar nicht erfassen können.

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Hahnemann gibt genaue Anweisungen für die Anamneseführung (§ 84, Organon: „Der Kranke klagt den Vorgang seiner Beschwerden, die Angehörigen erzählen seine Klagen, sein Benehmen, und was sie an ihm wahrgenommen; der Arzt sieht hört und bemerkt durch die übrigen Sinne, was verändert und ungewöhnlich an demselben ist. Er schreibt alles genau mit den nämlichen Ausdrücken auf, deren der Kranke und die Angehörigen bedienen. Wo möglich lässt er sie stillschweigend ausreden, …, ohne Unterbrechung“).

Hier stecken wichtige Details drin.
1. Feststellen, was ungewöhnlich ist. - Das setzt voraus, dass man in der Lage ist pathognomonische Symptome als solche zu erkennen und zu unterscheiden, was ist hier typisch für eine bestimmte Erkrankung (z.B. Grippe – Fieber) was ist typisch für diesen einen Patienten (z.B. großer Durst, möchte aber nur kleine Schlucke eines kalten Getränkes trinken)
Hier ist eine gute tiermedizinische Ausbildung mit der Kenntnis von tierart -und rassespezifischen Besonderheiten gefordert.

2. Den Patienten (in der Tiermedizin den Besitzer) in Ruhe ausreden lassen (Spontan – Anamnese)
In der sogenannten Spontananamnese werden häufig die wichtigsten Symptome erwähnt! Außerdem ist es wichtig, dass dem Besitzer wirklich aufmerksam zugehört wird um keine wichtigen Informationen zu verpassen. – Zumal wir in der Tiermedizin keine direkten Fragen an unsere Patienten stellen können.

3. Aufschreiben (mit den „nämlichen Ausdrücken“)
Eine möglichst wortgetreue Aufzeichnung der Aussagen des Besitzers (auch aus der gelenkten Anamnese) ist später bei der Suche nach dem richtigen Mittel sehr hilfreich. Je genauer die Symptome differenziert werden, desto besser kann man in der Regel das passende Medikament erkennen.

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Fall von Birgit Mosenheuer, Fachtierärztin für Pferde, ZB Hom

Asthma und chronischer Husten bei einem Pferd

Haflinger1_pixelquelle.jpgErstanamnese im Januar 2010:
Haflingerstute „Fanny“, geboren 2001, wegen „Unfruchtbarkeit“ ausgemusterte Zuchtstute, hatte mehrere gesunde Fohlen beim Vorbesitzer. Seit 4/2008 im Besitz von Frau H.

Biographische Anamnese:
4/2008: Eitriger Nasenausfluß abends nach Kauf, sehr müde und erschöpft. Sehr mager! Therapie unter anderem mit Antibiose, Schleimlösern, dann nach Wochen symptomfrei.

Sommer 2008
Hornhautverletzung rechts nach Trauma, gut verheilt

8/2009
Hufbeinastfraktur vorne rechts nach Panik wegen Fliegen (s. Verhalten), Gipshufverband und Boxenruhe über 3 Monate, gut verheilt, danach immer wieder Husten beim Reiten (Dauer?)

Seit Herbst 2009 (bis heute)
Erneuter Hustenbeginn, vermutlich durch staubig-schimmeliges Stroh. Anfangs nur Husten nach Bewegung, dann zusätzlich dünnflüssiger, milchig-trüber Nasenausfluß beidseits, stärker links. Nasenausfluß wird gelblich, die Hustenanfälle werden immer häufiger (erst oberflächlich-trocken, dann tiefer-trockener Husten) bei bronchialer Atmung.

Der Tierazt diagnosiziert ein allergisches Asthma, „Fanny“ bekommt zusätzlich Cortison und Ventipulmin. Nach vorübergehender Besserung treten die Symptome nach Absetzen der Medikamente wieder auf. Mittlerweile hustet die Stute bereits im Schritt und vor allem, wenn sie vom (stickigen) Stall ins Freie kommt und umgekehrt.
Die Besitzerin behandelt je einmal mit Phosphorus C 30 und Pusatilla C 30, ohne Wirkung (November/ Dezember 2009).

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