Fall von Dr. med. vet. Ina Luz

Wallach „Orpheus“, 15 Jahre alt bei Erstvorstellung, 22.06.2010 vorgestellt wg.: „verschlepptem Infekt” / COB.
Brauner_wallach.jpgOrpheus wird wegen hartnäckigem Husten vorgestellt. Er war immer schon anfällig für Husten. Besonders beim Fellwechsel. Bei trocken, warmem Wetter war der Husten immer besser und verschwand im Frühsommer bisher immer ganz. Jetzt aber steigerte sich das Husten seit Januar/Februar immer stärker. Zunächst hustete er nur zu Beginn des Reitens, dann auch in der Box. Die Besitzerin meint, dass Orpheus sich erkältet habe, nachdem im Winter die Fenster wegen der Kälte eine ganze Woche lang zugesperrt waren.

Zunächst wurde er mit Ventipulmin behandelt, damit war es auch zunächst wieder etwas besser, nach dem Absetzen aber wieder schlechter und es folgten weitere Ventipulmin-Gaben und eine „Spritzenkur“. Der Husten war dann besser, jedoch hat er eine Pilzinfektion der Haut entwickelt (Früher hatte er schon einmal eine Pilzinfektion, damals war der Husten auch weg). Die Besitzerin meint, dass, sich der Pilz unter der warmen Decke ausgebreitet hat. Vor allem an Hals und Bauch hatte er viele krustige Hautausschläge. Gegen den Pilz wurde er auch „gespritzt“ und nachdem dieser beseitigt war, kam der Husten zurück.
Daraufhin wurde Orpheus ein eine offene Box etwas abseits gestellt und der Husten war vorübergehend schlagartig besser.

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Fall von Birgit Mosenheuer

„Jutta“, eine sieben Jahre alte, schwarze Hovawart-Hündin, kastriert, hat seit einigen Jahren im Winter immer wieder heftige Blasenentzündungen mit Blut im Urin, häufigem Harndrang und Schmerzen beim Urinieren (sie schreit dann).

Jutta.jpgVor zwei Wochen hat sie beim Spaziergang ein gefrorenes Stück Fleisch gefressen und wurde krank. Sie fraß nichts mehr, zog bei Futter „angeekelt die Lefzen hoch“, war aber sonst im Allgemeinbefinden ungestört. Eine Kontrolluntersuchung ergab einen deutlich erhöhten Kreatinin- und Harnstoffwert, im Ultraschall war die Nierenrinde „verdichtet“. Die Diagnose lautete beginnende, chronische Niereninsuffizienz, mit Hilfe einer speziellen „Nieren-Diät“ und Infusionen waren die Blutwerte rasch wieder im Normbereich.

Am 22.März 2010 wurde sie mir wegen der chronischen Nierenerkrankung vorgestellt.

„Jutta“ ist ein sehr dominanter Hund, die mich intensiv mustert und dann meine Hand in ihre Schnauze nimmt und mich in die Wohnung führt (!).
Sie lebt mit zwei weiteren Hunden, einem jungen, kastrierten Labrador-Rüden und dessen Mutter, in einer Familie mit einem sehr konsequenten Frauchen, die der Chef des Ganzen ist – und „Jutta“ darauf auch immer wieder hinweisen muß. Die Rangordnung zwischen diesen Beiden wird täglich neu geklärt!
Die Labradore werden eher geduldet, haben nichts zu sagen und ein gemeinsamer Spaziergang wird vermieden, weil „Jutta“ sonst unentwegt die beiden zurechtweist.
Als die Labrador-Hündin Welpen bekam, zog sie in den ersten Stock um und ekelte sich förmlich vor den Kleinen.

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Dr._Torp_Pferd500px.jpgVor 20 Jahren wurde der Tierarzt, der sich den Naturheilverfahren widmete noch belächelt. Das sieht heute deutlich anders aus. Die Tierärztekammern verleihen seit ca. 15 Jahren die Zusatzbezeichnungen für Homöopathie und Akupunktur. Zusatzbezeichnungen werden ähnlich der Fachtierarztspezialisierung nach einer bestandenen Prüfung vor dem Prüfungsausschuss der Tierärztekammer verliehen. Der Prüfung voraus geht eine mindestens drei (vierjährige, je nach Kammer) Weiterbildungszeit, in der neben den theoretischen Grundlagen auch Praxiserfahrung und eigene dokumentierte Fälle nachgewiesen werden müssen. Somit vermittelt die Zusatzbezeichnung „Akupunktur“ oder „Homöopathie“ eine Qualitätsgarantie des Therapeuten.

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Fall von Dr. med. vet. Elfriede Koppensteiner

Araberfohlen, “Cheran”,  7 Wochen, männlich, vorgestellt wegen Sekundärer Hypoparathyreodismus, idopathische benigne Epilepsie und Calciummangel

Cheran1.JPGCheran war mit 3 Wochen, am rechten Carpalgelenk und auf der rechten Kopfhälfte aufgeschlagen, er schwitzte und war müde. Die Peristaltik war oB und somit wurde eine Kolik ausgeschlossen. Das Blutbild zeigte, dass die Leukozyten und die Muskelenzyme erhöht sind, diese lassen auf einen Krampf oder Stress schließen.
Nach 1 Woche lag Cheran steif in der Box. Er zog den Kopf nach hinten, lag auf der  rechten Seite und der Anfall dauerte ca 3 min. Es  wurde Diazepam gespritzt und in die Uni-Klinik gebracht. Am folgenden Tag hatte Cheran den nächsten Anfall. Die Stute hatte genügend Muttermilch und auch die Zusammensetzung der Milch, va der Calcium-Gehalt war in Ordnung.

Cheran wurde auf der Uni-Klinik untersucht und die Diagnose lautet:
• Sekundärer Hypoparathyreodismus (Parathormon war unter der Nachweisgrenze. Der Hypoparathyreoidismus ist eine durch Unterfunktion der Nebenschilddrüsen verursachte Erkrankung bei der eine mangelnde Parathormon-Ausschüttung zu Kalziummangel führt. Die Symptomatik ist durch einen Calciummangel und dadurch auftretende Parästhesien und eine Tetanie geprägt.
• Idiopathische benigne Epilepsie
• Calciummangel
• Nierenfunktionstest: verliert auch viel Calcium über die Niere

Therapie:
Cheran wurde an der Uniklinik therapiert mit Calcium i.v, Futterkalk, Vit. D, Phenobarbital, Magnesium, Magenschutz, Antibiotika, Diamox.
Der ionisierte  Calcium Wert war bei 0,69 mmol/l, sollte über 1,1 mmol/l sein. Durch die 3-wöchige Therapie an der Uniklinik war der Calc-Wert  auf 0,8 gestiegen.

Anamnese:
Es werden keine Symptome vor dem Anfall beobachtet.
Symptome beim Anfall:
Cheran reißt plötzlich den Kopf in die Höhe und nach hinten. Alle 4 Extremitäten werden steif und er fällt auf die rechte Seite. Er krampft nicht wirklich dabei, die Augen sind halboffen, im Gesicht Chreran2.JPGzucken ein paar Muskeln, er ist nicht ansprechbar, bewusstlos, es dauert ca 3 min und er schwitzt.
Symptome nach dem Anfall:
Nach dem Anfall ist er für einige Stunden wie blind, läuft gegen den Besen. Obwohl er müde ist, kann er sich nicht hinlegen und ist unruhig, er geht an der Wand entlang, evt sieht er schlecht.

 

Verdauung:
Cheran hatte mal 1-2 Tage Durchfall, aber sonst eine gut Verdauung. Er wurde über die Stute entwurmt. Cheran frisst auch schon Heu und Hafer mit der Mutter,  er hat sehr guten Appetit.
Durst:
Trinkt eher viel

Muskulatur:
Cheran ist schon gut bemuskelt
Bewegungsapparat:
HE: durchtrittig, VE vorbiegig

Wesen:
Zuerst waren die Mutterstute und Cheran für 2 Wochen alleine auf einer Koppel. Cheran ging gleich zum Zaun und nahm Kontakt zu den anderen Pferden auf. Nach den 2 Wochen sind die beiden für 1 Woche auf der Koppel bei den Stuten gestanden. Er war interessiert, wäre zu jedem hingegangen, jedoch die Stute hat ihn immer beschützt.

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Follow up am Okt 2010:
Cheran hat sich prächtig entwickelt und es gab seit der letzten Gabe im Aug´2008 keine Beschwerden.

Bilder von Cheran: Tierärztin

Fall von Dr. Ina Luz, Fachtierärztin für Pferde, ZB Hom

Palenque, Warmblut-Wallach, 10 Jahre alt, Anfang Dezember 2009. Palenque wird vorgestellt wegen rezidivierender Kolik. Alle paar Tage bis Wochen hat er einen Kolikanfall. Er wurde mit 6 Pferd_Palenque.jpgJahren von der Besitzerin erworben und war schon immer etwas nervös. Von Anfang an hat er gekoppt.

Wenn er einen Kolikanfall bekommt ist er zunächst fürchterlich unruhig und drückt den Rücken nach unten durch. Wenn man ihn dann gleich bewegt geht es ihm besser. Bei schlimmen Anfällen wirft er sich auf den Boden und ist seht gequält. Er setzt schlecht Kot ab und presst viel auf Harn mit Absetzen kleiner Mengen ab.
Anschließend presst er nach. Dies tut er aber auch manchmal ohne, dass er eine Kolik hat. Wenn Palenque nach einem Anfall plötzlich gut piseln kann, hat die Besitzerin das Gefühl, „jetzt ist es vorbei“. Er ist deshalb schon untersucht worden (BU und Zystoskopie), die Behandlung beseitigte dann, - im Rahmen der Untersuchung festgestellte -, Bakterien, dies änderte aber nichts an den Krämpfen.

Es wurde dann eine Gastroskopie durchgeführt und Magengeschwüre festgestellt. Nach einer Behandlung mit Gastrogard war er eine zeitlang beschwerdefrei.
Am besten geht es ihm im Sommer. Dann bekommt er vor allem Gras zu Fressen. Ansonsten ist er recht wählerisch mit dem Futter. Er liebt es aber sehr, wenn er fast flüssiges Maisch bekommt.
Auffällig sei, dass der Kot immer sehr übelriechend ist. Form und Menge ist aber normal.
Wurmkuren verträgt er im Gegensatz zu Impfungen nicht gut.

Palenque muss bei Allem der „Erste“ sein. Er kannt die Uhr ganz genau. Deshalb muss er morgens als erster geritten werden oder frisst nicht, wenn das Futter nicht pünktlich serviert wird. Wenn die Besitzerin mal erst nachmittags kommt kann es sein, dass er einen Anfall bekommt.
Er ist ein erfolgreiches Dressur-Turnierpferd (M und S) und muss auch hier als erster in den Hänger ein und aussteigen. Er hat es furchtbar wichtig, will im Mittelpunkt stehen und wird wütend, wenn er bei der Siegerehrung nicht mit reiten darf.
Turniere machen ihm Spaß und dort hat er niemals Anfälle. Eherl, wenn er mal einen Tag Ruhe hatte oder wenn z.B. mal ein Stallfest ist und es nicht um ihn geht, bekommt er gerne mal einen Anfall.
Wenn mal ein anderes Pferd krank ist und mehr Aufmerksamkeit als er bekommt wird er sehr eifersüchtig. Eifersucht ist überhaupt ein Thema bei ihm.
Palenque kann sich sehr auflehnen und hat anfangs den anderen Pferden auch gerne mal durch ausschlagen gezeigt, wer der Boss ist.
Wenn man aber seine Fähigkeiten fordert ist er sehr engagiert und ehrgeizig, weiß um seinen Wert.

Ich frage nach Ängsten: „Ängstlich sei er eigentlich überhaupt nicht“.
Wie verträgt er Kritik? „Da streitet er zurück, kämpft dann schon sehr“.
Wie verträgt er Wärme/Kälte? Zunächst meint die Besitzerin, das sei unauffällig, räumt aber nach kurzem Nachdenken ein, dass er sich oft im Rücken verkrampfe, wenn es kalt sein, besonders natürlich nach dem Scheren

Untersuchung: Palenque hat mich von Anfang an kritisch von oben herab betrachtet. Man hat das Gefühl, dass er ganz gut mal explodieren kann. Leichte Berührung mag er nicht. Mit ruhigem, sicherem Auftreten kann ich ihn aber gut untersuchen Ich habe noch Glück, er ist mit Fremden ohnehin sehr kritisch und lässt sich nicht von jedem anfassen.
Bei der Untersuchung fällt ein Herzklappengeräusch und ein zweigeteilter erster Herzton auf und die Besitzerin ergänzt, dass Palenque einen Herzfehler habe und deshalb immer wieder Crategut bekommt.
Bei der Auskultation des Abdomen fällt eine geringgradige Hyperperistaltik auf.
Shu –Punkte: Li Bl 19 etwas druckdolent, Bl 10 und 27/28 beidseits druckdolent.

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