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Fort- und Weiterbildung für Tierärzte

Aus der Praxis für die Praxis

Fall von „Herrchen und Hund“ aus einer schwäbischen allgemeinmedizinisch-homöopathischen (Humanarzt-) Praxis

Posted on 1. November 2017 Written by Redaktion

„Wie der Herr, so´s G´scherr“ –
ein Fall von „Herrchen und Hund“ aus einer schwäbischen allgemeinmedizinisch-homöopathischen (Humanarzt-) Praxis.
von Dr. med. Yvonne Höflinger, Fachärztin für Allgemeinmedizin / Homöopathie

In meiner allgemeinmedizinisch-homöopathischen Praxis, welche ich seit 20 Jahren führe, kommt es ab und zu vor, dass ich auch bezüglich der Haustiere meiner Patienten nebenbei befragt werde, welche Globuli man ihnen denn für diverse Beschwerden geben könne.

So kam eines Tages ein pensionierter Handwerksmeister wegen chronischer Rückenschmerzen zu mir. Als er vor mir saß bemerkte ich schon, daß er nicht ruhig sitzen bleiben konnte. Er rutschte auf dem Stuhl hin und her. Sein ganzes Leben lang musste er schwere körperliche Arbeit verrichten und seine Wirbelsäule sah bei der Untersuchung schon äußerlich verbraucht aus. Schweres Heben, kniend auf dem Boden arbeiten und sich ganz sicher dabei Verheben gehörten 50 Jahre lang zu seinem Alltag. Skoliotische Veränderungen, Myogelosen, muskuläre Dysbalancen und Schmerzen im ganzen Rücken begleiteten ihn seit Jahrzehnten. Allerdings war er kein Typ von Mensch, der nun seit der Pensionierung auf dem Sofa liegen konnte. Er fand körperlich keine Ruhe. Bewegung war sein Leben. Schon morgens machte er mit seinem Hund lange Spaziergänge, arbeitete viel in seinem Garten, machte Holz etc. Wenn er nicht ständig einer Arbeit nachgehe und sich bewege werde er „grantig“.

Morgens nach dem Aufstehen seien die Beschwerden am schlimmsten, bis er „mal in den Gängen“ war, gab er an. Wenn er vom Spazierengehen nach Hause kam und auch schon währenddessen würden die Schmerzen besser. Er klagte über schmerzhafte Steifigkeit nach dem Liegen im Bett, und die ersten Schritte waren eine Qual. Die schlimmsten Schmerzen habe er, wenn er von der Bettkante aufstehen müsse. Abends saß er am liebsten an seinem warmen Kachelofen. Diese gleichmäßige, durchdringende Wärme auf dem geplagten Köperteil linderte ebenfalls. Generell waren die Beschwerden abends schlimmer, wenn er den ganzen Tag auf den Beinen gewesen war. Nachts schlafe er unruhig und müsse sich immer wieder wegen der Schmerzen im Bett drehen. Er erzählte auf mein Befragen, was noch verschlimmern oder lindern könne, dass er nasskaltes Wetter gar nicht vertrage. Die Schmerzqualität konnte er mir nur mit „wie Rheuma“ beschreiben. Morgens strecke er sich immer erst mal, das sei ihm auch angenehm.

Nun, das Arzneimittel war rasch klar.

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Ich war erstaunt, als er eines Tages kam und mir berichtete, dass er zur Zeit morgens nicht mehr spazieren gehen könne weil sein Zwergschnauzer die „Dackellähme“ hätte.  Aufgrund der mangelnden gewohnten morgendlichen Spaziergänge hätten seine Schmerzen wieder zugenommen. Sein Hund sei „hinten ganz steif“ und könne nicht mal mehr die Treppe ganz nach unten gehen. Nur lokale Wärme würde die Steifigkeit des Hundes lindern. Das Ganze habe angefangen, als er einmal mit ihm bei nasskaltem Wetter lange gelaufen sei. Sobald er auch nur ein wenig versuche mit ihm draußen Spazieren zu gehen sei die Symptomatik noch schlimmer. Im Haus sei es erträglicher für den Hund. Mir fiel der schwäbische Spruch „Wie der Herr, so´s G´scherr ein“, was heißen soll: „Wie der Herr, so auch die Seinen“. Ich sagte spontan, dass er ihm doch bitte dasselbe Arzneimittel geben solle, welches er selbst jeden Morgen nehme.

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Dr. med. Yvonne Höflinger; Fachärztin für Allgemeinmedizin, Zusatzbezeichnung Homöopathie. Niederlassung in homöopathischer Privatarztpraxis in Pfullingen / Südwürttemberg.

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